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Sind Glückskekse vielleicht die Lösung?
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Als Nakata Gutschi morgens die Tabelle betrachtete, starrte sie zurück wie ein leerer Kühlschrank am Monatsende: weder Hoffnung noch Katastrophe – nur das große Niemandsland. Sein Verein dümpelte herum, und am Wochenende warteten gleich zwei Auswärtsspiele. Zwei Niederlagen, und plötzlich winkte der Abstieg von unten wie ein unangenehm gut gelaunter Nachbar.
Nakata zog sich nachdenklich am Kinn. Die Spieler erwarteten eine taktische Meisterrede. Eine neue Formation vielleicht. Ein aggressives Pressing. Oder geheime Analysen des Gegners.
Stattdessen betrat er die Kabine mit einer riesigen Tüte voller Glückskekse.
„Trainer“, fragte der Kapitän vorsichtig, „ist das… Sporternährung?“
Nakata schüttelte den Kopf. „Nein. Strategie.“
Jeder Spieler zog einen Keks. Der Torwart las: „Heute wirst du alles halten.“ Der Stürmer: „Große |
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Chancen erwarten dich.“ Der Verteidiger: „Vertraue deinem linken Fuß.“
Nur der Ersatzspieler wurde blass.
„Was steht bei dir?“, fragte Nakata.
„Äh… Meide heute lange Reisen.“
Einen Moment herrschte Stille.
Dann nickte Nakata ernst. „Gut. Du bleibst beim Mannschaftsbus.“
Die Spieler brachen in Gelächter aus. Die Anspannung verschwand. Und Nakata lächelte zufrieden.
„Fußball“, sagte er und verschränkte die Arme, „besteht zu 30 Prozent aus Taktik, zu 20 Prozent aus Technik und zu 50 Prozent daraus, dass niemand verkrampft den Ball fünf Meter am Tor vorbeischießt.“
„Trainer“, fragte einer, „stimmt diese Rechnung überhaupt?“
Nakata blickte aus dem Fenster.
„Nein“, sagte er. „Aber wenn sie funktioniert, fragt später niemand mehr nach Mathematik.“ |
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14.05.2026 16:12 -
Nakata Gutschi -
Shonan Bellmare
(0.3 TK)
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